Warum die Pressefreiheit viel wert ist

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Ein eigenes Grundrecht nur für eine Berufsgruppe? Das haben eigentlich nur die Journalisten. Denn wenn sie keine gute Arbeit machen können, ist die Welt nicht gut. Das aber hat seinen Preis.

Heribert Prantl | Süddeutsche Zeitung

Eine Welt ohne guten Journalismus wäre keine gute Welt: Dieses Schild hing 2017 vor dem Bischöflichen Ordinariat in Magdeburg. (Foto: dpa)

Es gibt eine Geschichte über den Journalismus, die ich immer wieder gerne erzähle. Als der Münchner Flughafen, der den Namen von Franz Josef Strauß trägt, vor 30 Jahren eingeweiht wurde, ging der damalige Ministerpräsident Max Streibl mit großem Tross und vielen Journalistinnen und Journalisten stolz und beseelt durch die großen Hallen. Alles war blitzblank, weitläufig, weltläufig und edel; am Boden glänzte der polierte Granit, an den Wänden prangte moderne Kunst, aus den Lautsprechern klangen die Weltsprachen.

Als die Besichtigung nach zwei Stunden zu Ende war, fragte ein Kollege den Ministerpräsidenten, ob er in all dieser Pracht und Herrlichkeit etwas vermisse. Streibl stutzte kurz und sagte dann: „Es ist alles wunderbar, nur: Wenn man hier ankommt, merkt man doch gar nicht, dass man in München ist. Es könnte sich genauso um den neuen Flughafen in Paris oder in Melbourne handeln. Woran soll man denn hier erkennen, dass man in München gelandet ist?“ Ein Kollege schlug ihm daraufhin vor, man könne doch die nächste Landebahn „in Breznform“ errichten. Das Gelächter war groß.

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