Bonitätsprüfung: Schufa-Score wird zum Fall für den EuGH


Das Verwaltungsgericht Wiesbaden will wissen, ob die Score-Werte der Schufa mit den DSGVO-Vorgaben zu automatisierten Entscheidungen vereinbar sind.

Stefan Krempl | heise online

(Bild: nitpicker/Shutterstock.com)

Die von der Schufa errechneten Wahrscheinlichkeitswerte über die Bonität eines Verbrauchers sind oft ausschlaggebend dafür, ob dieser einen Kredit erhält oder erfolgreich eine Online-Bestellung aufgeben kann. Das Verwaltungsgericht Wiesbaden hat zu dieser im Geschäftsleben weitverbreiteten Praxis nun dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) zwei grundsätzliche Fragen vorgelegt (Az.: 6 K 788/20.WI).

Die Richter sehen demnach vor allem Klärungsbedarf, ob das Erstellen entsprechender Score-Werte über Individuen und deren unkommentierter Transfer an Dritte wie Banken unter Artikel 22 der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) fällt. Dieser besagt, dass Personen „nicht einer ausschließlich auf einer automatisierten Verarbeitung – einschließlich Profiling – beruhenden Entscheidung unterworfen“ werden dürfen, wenn letztere „ihr gegenüber rechtliche Wirkung entfaltet oder sie in ähnlicher Weise erheblich beeinträchtigt“.

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