Die versinkenden Inseln setzen sich zur Wehr


Felder versalzen, der Fischfang schwindet, Touristen bleiben weg: Die Kleinstaaten im Pazifik leiden unter dem Klimawandel. Mancher fürchtet den Verlust ganzer Staaten.

Christoph Hein | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Das Dorf Narikoso auf der Fidschi-Insel Ono: Wegen des steigenden Meerwassers mussten mehrere Häuser umgesiedelt werden (Aufnahme aus dem Jahr 2017). Bild: dpa

Fast 16.000 Kilometer liegen zwischen Glasgow, für die nächsten zwei Wochen die Welthauptstadt des Klimawandels, und Suva, der Hauptstadt Fidschis. Doch was auf der Klimakonferenz in Schottland ausgehandelt wird, schreibt im Inselstaat Schlagzeilen. Denn jede Nachricht über die Erderwärmung ist für die Bewohner der teils winzigen Eilande im Pazifik, umgeben von riesigen Wassermassen, überlebenswichtig.

„Ein Scheitern (der Konferenz) könnte den Verlust ganzer tiefliegender Pazifikstaaten bedeuten“, legt Frank Bainimarama, der Ministerpräsident Fidschis, die Latte hoch. „Wir haben die Nase voll. Wir wollen vorne weg gehen und vorbereitet sein, nicht nur immer auf Katastrophen reagieren. Wir wissen, dass jeder einzelne Dollar, der unsere Widerstandskraft gegen den Klimawandel stärkt, bis zu 7 Dollar im Wiederaufbau nach einer Katastrophe spart“, sagt sein Amtskollege aus Tuvalu, Kausea Natano. Er leitet derzeit das Pacific Island Forum.

Die riesige Pazifikregion nimmt 15 Prozent der Fläche der Erde ein, wird aber nur von rund 2,6 Millionen Menschen bewohnt – ein Kontinent, größer als Afrika, aber weniger bevölkert als Litauen. Beispiel Fidschi: „Zwar leben auf unserer Insel nur gut 900.000 Einwohner. Unsere Wirtschaftszone aber ist mit 1,26 Millionen Quadratkilometern mehr als dreimal so groß wie Deutschland.

weiterlesen