Paul Mason: Das Glaubensbekenntnis der extremen Rechten


Wie lässt sich die internationale extreme Rechte bekämpfen? Der Londoner Kapitalismuskritiker und Rasissmusforscher Paul Mason untersucht dies in seiner neuen Kolumne für die FR. Im ersten Teil beleuchtet er die theoretischen Grundlagen der neuen extremen Rechten.

Paul Mason | Frankfurter Rundschau

Sie marschierten im Juni 2017 durch Charlottesville und skandierten: „Juden werden uns nicht ersetzen.“ Nun wird ihnen in den USA der Prozess gemacht. 24 mutmaßliche Organisatoren der „Unite The Right“-Kundgebung sind Ziel einer Zivilklage. Verfahren wie dieses haben schon viel erreicht. Die Klägerinnen und Kläger haben einige der berüchtigtsten Agitatoren und Organisationen der extremen Rechten in lähmende Gerichtsverfahren verwickelt. Einige wurden zu Geldstrafen verurteilt. Andere haben unter dem Druck ihre Organisationen aufgelöst.

Dennoch hat die Rechte in den USA in den vier Jahren seit Charlottesville einen enormen Aufschwung erlebt. Dank der schweigenden Unterstützung durch Donald Trump musste sie sich nicht einmal mehr „vereinen“. Alles was sie tun mussten, ist Fußtruppe der konservativen Partei zu sein, die ihrerseits zum willigen Gastgeber des Aufruhrs wurde.

Proud Boys und Oathkeeper: Der aktuelle Faschismus ist keine Tribute Bande des Drittten Reichs

Um die Gefahr zu erkennen, müssen wir verstehen, was sich verändert hat. Gruppen wie den „Proud Boys“ oder der „Oathkeeper-Miliz“, die beide in den Sturm auf das Kapitol am 6. Januar verwickelt warten, haben ihre Wurzeln in der Zeit vor 1914 – im Irrationalismus, in rassistischer und frauenfeindlicher Pseudowissenschaft und in Antimodernismus.

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