Experte: Oury Jalloh wahrscheinlich mit Benzin übergossen und angezündet


Eine Aufklärungs-Initiative präsentierte einen Film, in dem die Situation in der Polizeizelle nachgestellt wurde. Daraus ergeben sich neue Erkenntnisse.

Berliner Zeitung

Demo in Dessau 2018: Teilnehmer einer Protestkundgebung sind davon überzeugt, dass Oury Jalloh 2005 ermordet wurde (Archivbild). Imago/Markus Heine

Fast 17 Jahre nach dem Tod des Asylbewerbers Oury Jalloh in einer Polizeizelle in Dessau will eine Initiative mit einem weiteren Brandtest und einem Film belegen, dass Jalloh angezündet und ermordet wurde. Dazu wurde die Situation in der Polizeizelle am 7. Januar 2005 von einem beauftragten britischen Brandschutz-Gutachter nachgestellt und das Feuer gefilmt, wie die Initiative am Mittwoch in einer Pressekonferenz erläuterte. Der Brandschutzexperte Iain Peck erklärte dazu, seiner Meinung nach zeigten die Ergebnisse, dass es am wahrscheinlichsten sei, dass Jalloh mit einer Flüssigkeit wie Benzin übergossen und entzündet worden sei.

Die „Initiative in Gedenken an Oury Jalloh“ wirft Polizei und Staatsanwaltschaft seit Jahren vor, die Aufklärung des Todes zu verhindern. Sie fordert neue Prozesse gegen die Polizisten. Vorbereitet werde derzeit auch eine Anzeige gegen die Staatsanwaltschaft in Sachsen-Anhalt wegen Strafvereitelung im Amt, sagte Nadine Saeed von der Initiative. „Wir sind nicht in der Lage, die Staatsanwaltschaft zu etwas zu zwingen. Wir hoffen auf die Öffentlichkeit und den öffentlichen Druck.“

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