Corona-Vakzin: Ex-Mitarbeiterin erhebt Vorwürfe gegen Pfizer-Vertragspartner


Expertin beklagt Mängel der Covid-19-Impfstoffstudien eines US-Subunternehmens. Probandensicherheit und korrekter Ablauf der Studie womöglich gefährdet

Harald Neuber | TELEPOLIS

Impfstoff von Pfizer und Biontech. Bild: U.S. Secretary of Defense, CC BY 2.0

Eine Arzneimittelforscherin, die an sogenannten Phase-III-Studien des Corona-Impfstoffs des Pharmakonzerns Pfizer und seines deutschen Partners Biontech im US-Bundesstaat Texas beteiligt war, hat schwere Vorwürfe gegen diese Unternehmen und eine Vertragsfirma erhoben.

Die finalen Studien für die Marktzulassung des Vakzins seien so schnell durchgeführt worden, dass sowohl Studiendaten als auch die Sicherheit von Probanden gefährdet worden seien. Das berichtet das britische Fachmagazin BMJ unter Berufung auf die Frau und geleakte Daten.

Die ehemalige Regionaldirektorin des US-Pharma-Dienstleister Ventavia Research Group, Brook Jackson, gab gegenüber dem BMJ an, das Unternehmen habe Daten gefälscht, Studiendaten nicht hinreichend geschützt, unzureichend ausgebildetes Impfpersonal beschäftigt und sei Zwischenfällen im Rahmen der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie nur zögerlich nachgegangen.

Mitarbeiter der Qualitätskontrolle seien von der schieren Menge an Problemen überfordert gewesen, schreibt BMJ-Autor Paul D Thacker unter Berufung auf geleakte Informationen.

Nachdem ihre Meldungen an Vorgesetzte bei Ventavia wiederholt ignoriert worden seien, habe Jackson telefonisch und per E-Mail die US-Arzneimittelbehörde FDA informiert.

„Ventavia feuerte sie noch am selben Tag“, schreibt Thacker. Jackson habe dem BMJ später Dutzende von internen Unternehmensdokumenten, Fotos, Audioaufnahmen und E-Mails zur Verfügung gestellt.

Schlechtes Labormanagement

Auf seiner Website bezeichnet sich Ventavia als das größte private klinische Forschungsunternehmen in Texas und listet eine Reihe von Auszeichnungen für seine Auftragsarbeiten auf. Jackson widerspricht dieser positiven Selbstdarstellung:

„Während der zwei Wochen, in denen sie im September 2020 bei Ventavia angestellt war, hat sie ihre Vorgesetzten wiederholt über schlechtes Labormanagement, Bedenken hinsichtlich der Patienten- und Datensicherheit informiert“, heißt es im BMJ. Jackson selbst habe rund 15 Jahre Erfahrung bei der Überwachung klinischer Studien.

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