Die Grünen-Abgeordnete Ewa Ernst-Dziedzic forderte humanitäre Hilfe für Flüchtlinge, die in der Grenzregion feststecken. Indes gibt es ungewöhnlich viele Flüge aus dem Nahen Osten nach Minsk.

Die außenpolitische Sprecherin der Grünen im österreichischen Nationalrat, Ewa Ernst-Dziedzic, beklagt die dramatische Situation jener Flüchtlinge, die derzeit in der polnisch-belarussischen Grenzregion durch Wälder irren und weder nach Belarus zurückkehren, noch in Polen um Asyl ansuchen können. „Wir benötigen einen europäischen Krisenstab“, forderte die Politikerin am Samstagabend in einem Telefonat mit der APA. Die EU dürfe diese Angelegenheit nicht Polen überlassen. Laut einem Bericht der „Welt am Sonntag“ hat Belarus die Zahl der Flüge aus dem Nahen Osten nach Minsk deutlich erhöht, um Migranten aus der Region ins Land zu holen.
„Wir versuchen Kontakt zur Mutter eines aus Syrien gebürtigen jungen Mannes aufzunehmen, der seit zwölf Jahren in Österreich lebt und vorübergehendes Bleiberecht hat“, erzählte Ernst-Dziedzic, die sich im Nordosten Polens befand. Beim Versuch, aus Belarus (Weißrussland) nach Polen zu gelangen, habe sich die Mutter des Syrers im polnisch-belarussischen Grenzgebiet am Fuß verletzt. Sie sei kurzfristig in einem polnischen Krankenhaus behandelt worden und schließlich wieder weggebracht worden. Es gebe die Erfahrung, dass polnische Behörden nach Notversorgung Flüchtlinge erneut in den Wald brächten und dort aussetzten, sagte die Grün-Politikerin. Dies spiele sich in einer polnischen Sicherheitszone ab, in die praktisch niemand Zutritt habe. Auch ihr Diplomatenpass helfe nicht weiter, sagte die gebürtige Polin.