Kommissar Rex gegen Linx


Zwei Jahre nach der Gründung der »Soko Linx« beim sächsischen Landeskriminalamt ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen einen der beteiligten Ermittler. Es geht um die Weitergabe von Interna an Rechtsextreme.

Thorsten Mense | jungle world

Bild von Alexas_Fotos auf Pixabay
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Im laufenden Prozess gegen die Antifaschistin Lina E. am Oberlandesgericht Dresden kam es Ende September zu einem kuriosen Vorfall: Der vorgeladene Beamte der »Sonderkommission Linksextremismus« (»Soko Linx«) des ­Landeskriminalamts (LKA), Patrick H., machte plötzlich von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Das darf bekanntlich ein Zeuge vor Gericht nur, wenn er sich andernfalls selbst belasten müsste. Wie sich herausstellte, laufen derzeit Ermittlungen gegen den LKA-Beamten wegen des Verrats von Dienstgeheimnissen.

Nach einer Hausdurchsuchung im Leipziger Stadtteil Connewitz im April waren Ermittlungsinterna, unter an­derem Daten eines beschlagnahmten Smartphones, an das rechte Magazin Compact gelangt. Die Lebensgefährtin des von der Durchsuchung Betroffenen Henry A. bekam am folgenden Tag auf ihrer Privatnummer – die sie bei der Durchsuchung den Beamten gegeben hatte – einen anonymen Anruf, der sie auf die Veröffentlichung der privaten Details hinwies. Dass es bei der »Soko Linx« einen Maulwurf gibt, war also bereits bekannt. Durch den fragwürdigen Auftritt vor Gericht zog Patrick H. Aufmerksamkeit auf sich. Journalisten recherchierten und fanden heraus, dass er möglicherweise ein ganz privates Problem mit Henry A. hat: ­Dieser arbeitet in der Leipziger Stadtverwaltung und hatte im Frühjahr ein Neubauprojekt genehmigt, das sich in der privaten Nachbarschaft des LKA-Beamten befindet und gegen das dieser sich in einer Bürgerinitiative engagiert.

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