Naturmedizinische Verfahren sind in der Pandemie doppelt fragwürdig


Homöopathie ist die beliebteste Art der alternativen Heilmethoden. Dennoch sollten die Krankenkassen Globuli und Co. nicht mehr erstatten. Ein Kommentar.

Marc Tawadrous | DER TAGESSPIEGEL

Medikamente, welche die gesetzliche Krankenversicherung erstatten soll, müssen einen Nutzen nachweisen können. Zugleich geben die Krankenkassen jährlich aber auch mindestens 20 Millionen Euro für homöopathische Mittel aus, für deren Wirksamkeit es neben dem Placebo-Effekt keinerlei wissenschaftliche Belege gibt. Diese Summe ist zwar klein im Vergleich zu den 43,3 Milliarden für Medikamente mit wissenschaftlich nachgewiesenem Nutzen, aber das bedeutet: Auch wenn es wissenschaftlich nicht belegbar ist, dass diese Tabletten, Kugeln oder Tropfen wirken, werden sie bezahlt – einfach, weil die Patienten daran glauben.

Dass ein solches Signal fatal sein kann, erweist sich in der Pandemie. Denn wer an anerkannten medizinischen Erkenntnissen zweifelt und eher auf Globuli setzt, der misstraut trotz des wissenschaftlichen Konsenses wohl auch eher der Corona-Impfung.

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