Impfgegner: Braun und Bio im Gleichschritt unterwegs


Rechtsextreme und esoterisch-alternative Impfgegner sind keine Gegenpole. Sie schauen seit jeher in eine Richtung

Christian Kreil | DERSTANDARD

Antisemitische Chiffren in vorderster Reihe bei der Coronademo in Wien Ende November. Foto: Joe Klamar / AFP

Der Bioladen Nets.werk in Steyr versorgt mich mit fair bezahlten Orangen vom Peloponnes, würzigem Bio-Schafkäse aus der Region und deftiger Agitation gegen Impfungen. Der Gründer des Bionetzwerks mit mittlerweile 19 Standorten, Gerhard Z., macht auf seiner Webseite kein Hehl daraus, von Impfungen nicht viel zu halten. Von der „Megademo“ gegen die „2G-Impfapartheid“ am 20. November war Z. offenbar schwer und positiv beeindruckt. Hie und da empfiehlt der Biopionier auch impfapokalyptische Beiträge des oberösterreichischen Internetsenders Auf1. Der Anchorman dieses neurechten Kanals, Stefan Magnet, hat eine gut dokumentierte Vergangenheit mit allerlei Spuren ins Neonazimilieu. Vor dem graust dem Bioladen offenbar weniger als vor den Eiern unglücklicher Hühner.

Rechtsextreme Scheitel und alternative Dreadlocks

Alternative, Biofreaks, Esoteriker, Späthippies, Globulischlucker, Freunde der Waldorf-Pädagogik – sie sind fixer Bestandteil im Potpourri der Impfgegner und pittoresker Aufputz bei den Demos der selbsternannten Freiheitsfreunde. Kaum eine Reportage zu den Aufmärschen kommt ohne das Beschwören der Vielfalt der Teilnehmer aus. Vorne die Rechten mit den Seitenscheiteln, dahinter die Eso-Fraktion in allen Farben des Regenbogens.

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