Taliban veröffentlichen neues Dekret zu den Rechten der Frau


Die militant-islamistischen Taliban bemühen sich um einen frauenfreundlichen Anstrich. Doch die Aspekte im Erlass werden in afghanischen Gesetzen bereits garantiert. Interessant ist, was die Taliban nicht erwähnen.

Deutsche Welle

Afghanische Frauen demonstrieren im Oktober in Kabul für ihr Recht auf Arbeit und Bildung

Dreieinhalb Monate nach ihrer Rückkehr an die Macht in Afghanistan stehen die militant-islamistischen Taliban unter Druck. Internationale Geberländer stellten die Zahlung von Entwicklungsgeldern ein, Reserven der afghanischen Zentralbank sind eingefroren. Die Achtung der Frauenrechte gilt als Voraussetzung für die Wiederaufnahme von Finanzhilfen. 

„Eine Frau ist ein freier Mensch“

In einem jetzt veröffentlichten Erlass weisen die Taliban Organisationen, religiöse Gelehrte und Älteste im Land an, Maßnahmen zur Durchsetzung von Frauenrechten zu ergreifen. Wörtlich heißt es darin: „Eine Frau ist kein Eigentum, sondern ein edler und freier Mensch.“

Niemand dürfe eine unverheiratete Frau oder eine Witwe zur Heirat zwingen, erklären die Taliban weiter. Auch dürfe niemand Frauen im Austausch für Frieden oder zur Beendigung einer Feindseligkeit irgendjemandem zur Verfügung stellen. In Afghanistan kommt es immer wieder vor, dass eine Frau etwa bei Familienfehden als „Wiedergutmachung“ gegeben wird. Witwen hätten zudem einen Anspruch auf ein Erbe sowie auf eine Brautgabe, sollten sie wieder heiraten.

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