Maschine zur Selbsttötung: das „finale Vehikel“


Philip Nitschke, Gründer von Exit International, soll in der Schweiz für die „Sarco“-Kapsel zur Suizidhilfe ohne rezeptpflichtige Substanzen eine Genehmigung erhalten haben.

Florian Rötzer | Krass & Konkret

Die Todeskapsel. BIld: Exit International

Wer sich mit dem Ende des eigenen Lebens beschäftigt und nicht zu sehr religiös ist, um sich mit dem Schicksal abzufinden, wird überlegen, ob und wie er oder sie es selbst beenden könnte, wenn es ihm oder ihr nicht nur vor Schmerzen oder Qualen unerträglich wird, sondern auch die Aussichten auf ein zu sehr behindertes, dementes oder eingeschränktes Leben, das mehr ein Dahinvegetieren zum Tode ist. Aber auch wenn den Menschen zugemutet, für sein Leben weitgehend selbst verantwortlich zu sein, werden sie normalerweise vom Staat gehindert, ihren Tod selbst in die Hand zu nehmen und sich Hilfe zu suchen, um sich möglichst schmerzlos und in Würde selbst das Leben zu nehmen.

In einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2020 wird festgehalten, dass das allgemeine Persönlichkeitsrecht das Recht auf selbstbestimmtes Sterben als Ausdruck der persönlichen Autonomie einschließt. Dies allgemein, nicht nur bei bestimmten Krankheiten oder Krankheitsverläufen. Das Recht beinhalte auch, Hilfe bei anderen zu suchen. Das Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung verhindere faktisch, eine von Suizidwilligen ausgewählte Hilfe in Anspruch zu nehmen. Damit ist der § 217 Strafgesetzbuch nicht verfassungskonform, der pauschal Sterbehilfe verbietet:

„1) Wer in der Absicht, die Selbsttötung eines anderen zu fördern, diesem hierzu geschäftsmäßig die Gelegenheit gewährt, verschafft oder vermittelt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

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