Die Grenzen der Vernunft


Über Jahrzehnte haben Forscher wie die Nobelpreisträger Daniel Kahneman und Reinhard Selten über rationales und irrationales Verhalten in der Wirtschaft geforscht. Neue Ansätze könnten gerade in der heutigen Zeit hilfreich sein.

Wolfgang Streitbörger | Deutschlandfunk Kultur

Wie verhalten sich Menschen in einem ökonomischen Umfeld? ©picture alliance / Bildagentur-online / Tetra

„Professor Kahneman receives his medal and diploma from the hands of his Majesty, the King of Sweden.“ Stockholm am 10. Dezember 2002. Schwedens König überreicht den Alfred Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften – zum ersten Mal an einen Psychologen, und der heißt: Daniel Kahneman. „Da waren viele Ökonomen überrascht. Das ist ganz klar.“ Mit seinen Modellen, wie Menschen urteilen und entscheiden, brachte der Psychologe Kahneman Erklärungen für Unvernunft in die Wirtschaftswissenschaften, die Ökonomik. „Die wichtigste Lehre aus unserer Arbeit ist wohl, dass die Leute nicht ihrer Intuition vertrauen sollten.“

Vernunft und Unvernunft in der Wirtschaft

Die Vernunft müsste eigentlich der Kern allen Wirtschaftens sein. Wenn der Bauer nicht sät, erntet er nicht. Und Vernunft in der Wirtschaft ist mehr als Eigennutz, sagt der indische Philosoph und Ökonom Amartya Sen, auch er Nobelpreisträger für Wirtschaft, den er 1998 gewann, am 18. Oktober 2020 ausgezeichnet mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

„Ich kann nicht angemessen beschreiben, wie sehr ich mich geehrt fühle durch die Geste des deutschen Buchhandels, mir diese wunderbare Auszeichnung zu verleihen.“

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