Kriminologe wünscht stärkeres Vorgehen der Justiz bei Missbrauch:“Diese Leisetreterei muss aufhören“


„Ich fürchte, die deutsche Justiz ist mit den Kirchen so umgegangen, wie man eine Kirche betritt – leise, respektvoll, auf Zehenspitzen“. So äußert sich der Kriminologe Christian Pfeiffer hinischtlich des Missbrauchsskandals der Kirche.

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Belastetes Verhältnis zur Bischofskonferenz

Es stelle sich die Frage, warum Staatsanwälte keine Ermittlungen gegen Bistümer eingeleitet hätten und wieso Berichte von Opfern und Hinweise auf mögliche Aktenvernichtungen nicht für die Anordnung von Durchsuchungen gereicht hätten: „Wieso gab es seit 2010 nicht zahlreiche Hausdurchsuchungen in deutschen Bistümern zu den Inhalten der sogenannten Giftschränke?“

Pfeiffer warf der Deutschen Bischofskonferenz sowie ihrem früheren Vorsitzenden, dem Münchner Kardinal Reinhard Marx, vor, über Jahre Aufklärung von Missbrauch „eher verhindert als ermöglicht“ zu haben. Das Verhältnis des Kriminologen zur Bischofskonferenz ist belastet. Er sollte zunächst eine große Missbrauchsstudie durchführen, doch dann überwarf er sich mit den Bischöfen über die Methoden. In dem Gastbeitrag schreibt Pfeiffer außerdem, seinem Team und ihm selbst seien „Widerstände“ aus den Bistümern entgegengeschlagen, „vor allem aus München und Regensburg“.

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