Eine App gegen das Pfeifen im Ohr


Etwa vier Millionen Menschen in Deutschland leiden an einem Tinnitus. Eine neue App könnte ihnen helfen. Sie passt Songs dem jeweiligen Störgeräusch im Ohr an – und lässt den Tinnitus so in der Musik verschwinden.

Horst Gross | Deutschlandfunk Kultur

Aus der wissenschaftlichen Perspektive spielen Apps noch keine große Rolle bei der Behandlung von Tinnitus. Das könnte sich bald ändern. ©imago images / Science Photo Library

„Ich habe einen sehr hochfrequenten Pfeifton, Trillerpfeife, ununterbrochen, Tag und Nacht“, erzählt Britta Dutschke. „Es ist eine große Belastung im Alltag.“ Denn der nervig hohe Pfeifton hat Folgen: Konzentrationsstörungen, weniger Lebensfreude – bis hin zur depressiven Verstimmung.

Klar also, dass Britta Dutschke keine Therapiechancen ausgelassen hat. Sie sei bei der Ergotherapie gewesen, habe versucht, über Musik abzuschalten, und habe Medikamente genommen. „Leider muss ich sagen: Es ist mir nicht gelungen, diese Trillerpfeife aus dem Kopf auszustellen.“

Damit ist sie nicht alleine. Die Medizin hat bislang nur Methoden im Angebot, die helfen, das Geräusch besser ertragen zu lernen. Abschalten lässt sich der Dauerton nicht, erklärt Birgit Mazurek. Die Professorin ist Direktorin des Tinnituszentrums an der Berliner Charité und Mitautorin der aktuellen Tinnitusleitlinien.

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