Nach Kanada rücken Indigenen-Internate in den USA in den Fokus


In Kanada hat der Umgang mit indigenen Kindern an meist kirchlichen Internatsschulen zuletzt hohe Wellen geschlagen. Mit etwas Verzögerung beginnt die Debatte nun auch in den USA. Auch der Druck auf die katholische Kirche steigt.

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Ein Grabstein auf dem St. Malachy Friedhof von Clontarf erinnert seit 1978 an 14 Jugendliche der Ureinwohner der Sioux und Chippewa, „die während ihrer Zeit an der Schule starben“. Mehr ist über das Schicksal der indigenen Schüler der „St. Paul Diocese Industrial School“ im US-Bundesstaat Minnesota nicht bekannt.

Der Direktor des „Swift County Historical Society and Museum“, Reverend Gary Mills, hat jedoch einen Verdacht. „Wir neigen dazu, unsere Geschichte weißzuwaschen“, sagt der Lutheraner über die Internatsschule, die zwischen 1877 und 1898 Indigene und Siedlerkinder unterrichtete. Mills und Vertreter der Ureinwohner möchten der wahren Geschichte auf den Grund gehen. Von den Todesursachen bis zur tatsächlichen Zahl der Opfer. „Das müssen wir aufarbeiten.“

Die „St. Paul Diocese Industrial School“ ist nur ein Beispiel aus mehr als 367 Internatsschulen, an denen mehr als 100.000 Kinder der Ureinwohner unterrichtet wurden. In den vergangenen Jahren entdeckten Aktivisten hunderte unmarkierte Gräber wie die in Clontarf.

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