Neuer Handelsattaché für die Türkei: „In Hessen nicht willkommen“


Die Türkei möchte den Erdoğan-Vertrauten Yusuf Yerkel zum neuen Handelsattaché in Frankfurt machen. 2014 trat der auf einen Demonstranten ein.

Christoph Schmidt-Lunau | taz

Yusuf Yerkel attackiert einen am Boden liegenden Demonstranten, Aufnahme vom 15. Mai 2014 Foto: Depo Photos/epa/dpa

Auf der Kennedyallee, gegenüber dem türkischen Generalkonsulat in Frankfurt, haben sich an diesem trüben Freitag mehr als hundert Menschen versammelt. Sie protestieren gegen die Pläne der türkischen Regierung, den Erdoğan-Vertrauten Yusuf Yerkel zum Handelsattaché in der Vertretung der Türkei in Frankfurt zu befördern. Yerkel wurde durch Fotos von einer brutalen Attacke auf einen am Boden liegenden Demonstranten weltweit bekannt.

Im Mai 2014 hatten Bergleute in der türkischen Stadt Soma protestiert, nachdem bei einem nahegelegenen Grubenunglück 301 Bergleute ihr Leben verloren hatte. Auf den Bannern, die die Protestierenden hinter den RednerInnen hochhalten, sind die Fotos dieser brutalen Attacke zu sehen. „Wir wollen diesen Menschenfeind weder in unserer Stadt Frankfurt noch in Hessen!“, heißt es in dem Aufruf von 20 demokratischen Organisationen und zahlreichen Einzelpersonen. Zeliha Dikmen vom Verein türkisches Volkshaus ruft unter großem Beifall: „Ein Mensch mit inhumaner Vergangenheit darf keinen Diplomatenstatus erhalten!“ Der Frankfurter DGB-Chef Philipp Jacks appelliert an die Bundesregierung, nicht mit Erdoğans Regime zu kooperieren; der führe Krieg gegen ein Minderheit, „auch mit deutschen Waffen.“

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