Wo gute Nerven nützlich sind


Russland zieht eine vernichtende Bilanz der Krisendiplomatie der vergangenen Woche. Ausgerechnet jetzt macht die Außenministerin Antrittsbesuche bei den Kontrahenten.

Hans Monath | DER TAGESSPIEGEL

Gut geschützt: Außenministerin Annalena Baerbock am Rande des informellen Treffens der EU-Außenminister in Brest, bei dem es auch…Foto: Florian Gärtner/imago images/photothek

Annalena Baerbock ahnt wohl schon, dass ihr Antrittsbesuch Anfang kommender Woche in Moskau besondere Herausforderungen für sie bereithält. Gerade in der Krise sei Diplomatie dadurch gekennzeichnet, „dass es viel Geduld braucht, dass es starke Nerven braucht“, sagte die Außenministerin an Freitag am Rande des Treffens der EU-Außenminister im französischen Brest. Sie nehme das Treffen mit ihrem russischen Kollegen Sergej Lawrow und ihren Besuch zum Anlass, um „Gesprächskanäle auf allen unterschiedlichen Ebenen zu nutzen“.

Starke Nerven könnte Baerbock allein deshalb brauchen, weil russische Regierungsvertreter nach der Woche intensiver diplomatischer Kontakte zur europäischen Sicherheitsarchitektur, erklärt hatten, sie würden keine weitere Notwendigkeit für Gespräche mit dem Westen über den Ukraine-Konflikt sehen. Damit stellten sie den Sinn der bilateralen Verhandlungen zwischen den USA und Russland, der Tagung des Nato-Russland-Rates sowie der OSZE-Beratungen infrage.

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