Antibiotika-Resistenzen tödlicher als HIV und Malaria


Schleichende Seuche: Weltweit sterben inzwischen mehr Menschen durch resistente Bakterien als an HIV oder Malaria, wie eine Studie enthüllt. Allein im Jahr 2019 gingen 1,27 Millionen Todesfälle direkt auf Antibiotika-Resistenzen zurück, 4,9 Millionen weitere waren eng damit assoziiert. Früher gut mit Antibiotika behandelbare Erkrankungen wie bakterielle Lungenentzündungen, Sepsis oder Folgen der Blinddarmentzündung enden heute immer häufiger tödlich, wie das Forschungsteam im Fachmagazin „The Lancet“ berichtet.

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Resistente Bakterien wie hier methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) sind inzwischen eine der häufigsten Toddesursachen. ©CDC/ Janice Haney Carr, Jeff Hageman

Als das Penicillin entdeckt wurde, läutete dies eine neue Ära der Medizin ein. Einst tödliche Infektionen wurden heilbar und die Antibiotika haben seither Millionen Menschen das Leben gerettet. Doch inzwischen sind diese Waffen der Medizin stumpf geworden. Immer häufiger wirken selbst die Notfall-Antibiotika nicht mehr, weil Bakterien Resistenzen gegen sie entwickelt haben. Sie unterlaufen selbst neue Wirkstoffe – teilweise noch bevor sie breit eingesetzt werden können.

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