Zulehner nennt Ratzingers Missbrauchs-Einschätzung „blanken Unsinn“


Die Entblößung des Geschlechtsteils vor minderjährigen Mädchen sei kein Missbrauch im eigentlichen Sinn, weil die Kinder nicht berührt worden seien, meint Benedikt XVI. Der Wiener Theologe Paul Michael Zulehner reagiert empört.

katholisch.de

Als „blanken Unsinn“ hat der emeritierte Wiener Theologe Paul Michael Zulehner die Einschätzung von Benedikt XVI./Joseph Ratzinger bezeichnet, die Entblößung des Geschlechtsteils vor minderjährigen Mädchen sei kein Missbrauch im eigentlichen Sinn, weil die Kinder nicht berührt worden seien.

Im ORF sagte Zulehner am Donnerstagabend, solche Unterscheidungen würden den Taten nicht gerecht, die „moralisch schwerwiegend und kriminell“ seien.

Seine im Missbrauchsgutachten wiedergegebene Einschätzung hätte der frühere Münchner Erzbischof und spätere Papst nie abgeben dürfen. Insgesamt sprach Zulehner mit Blick auf das Münchner Gutachten von einem „Dokument der Versäumnisse und Verspätungen“. Die fast 1.900 Seiten umfassende Untersuchung enthält auch eine 82-seitige Stellungnahme des emeritierten Papstes.

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