Sekten? Das sind immer die Anderen


Der herkömmliche Begriff von Sekten ist längst überholt. Es braucht neue Definitionen.

Hugo Stamm | watson.ch/Sektenblog

John Travolta (links) und Musiker Chick Corea verteidigen 1997 bei einem Hearing ihre Sekte Scientology. bild keystone

Die Frage taucht hier im Blog mit schöner Regelmässigkeit auf: Was ist eine Sekte? Wie definierte man sektenhafte Glaubensgemeinschaften? Grundsätzlich kann man festhalten: Aus der Sicht von vereinnahmenden Gruppen sind – ausser natürlich sie selbst – alle anderen Sekten.

Der Grund ist einfach: Jede Religionsgemeinschaft reklamiert die spirituelle und religiöse Wahrheit für sich. Das ist ihr Wesen. Ausserdem fühlen sie sich von einem Gott oder Guru geführt oder gar auserwählt. Schon dieser Anspruch allein ist problematisch.

Wer ihn erhebt, läuft Gefahr, als Sekte zu enden. Etymologisch bedeutete der Begriff auch «nachfolgen» und «abspalten». Konkret: Anhänger eines religiösen Führers zu sein oder eine Abspaltung von einer traditionellen Glaubensgemeinschaft vollzogen zu haben.

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