Kirchen juristisch wie Organisierte Kriminalität behandeln


Das Gutachten zu Fällen sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen im Erzbistum München und Freising hat zu einer Debatte über künftige Kontrolle der Katholischen Kirche geführt. Dabei geht es um die staatliche Beobachtung kirchlicher Kitas und Schulen, aber auch um mehr Einfluss der Parlamente durch Untersuchungsrechte.

Thoralf Cleven | Frankfurter Rundschau

Das Gutachten zu Fällen sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen im Erzbistum München und Freising hat zu einer Debatte über künftige Kontrolle der Katholischen Kirche geführt.Dabei geht es um die staatliche Beobachtung kirchlicher Kitas und Schulen, aber auch um mehr Einfluss der Parlamente durch Untersuchungsrechte.

Der Kirchenbeauftragte der SPD-Fraktion im Bundestag, Lars Castellucci, fordert mehr Aufmerksamkeit bei sexualisierter Gewalt gegen Minderjährige. „Auch die Politik ist sehr viel stärker gefordert“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Eine Nulltoleranzstrategie erfordert, das Thema weiter aus der Tabuzone herauszuholen und alles Menschenmögliche dafür zu tun, Taten zu verhindern.“

Der Sozialdemokrat versicherte, dass die Ampelkoalition die Arbeit des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs gesetzlich regeln und eine regelmäßige Berichtspflicht an den Bundestag einführen werde. Wichtig sei aber auch, für eine „kindersensible Justiz“ zu sorgen. „Es ist für die Betroffenen immer schwer, oft auch erst nach vielen Jahren, die Taten öffentlich zu machen“, so Castellucci. „Sie müssen Anlaufstellen haben und bei Polizei und Justiz auf geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter treffen, die mit der Thematik angemessen umgehen können.“

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