Chef des BR-Rundfunkrats im Fokus -Missbrauchsgutachten: Die Causa Lorenz Wolf


Für die katholische Kirche war das Münchener Missbrauchsgutachten eine Art Erdbeben. Auch für den Bayerischen Rundfunk stellen sich nun Fragen: Einer, um den sich das Gutachten dreht, ist Lorenz Wolf – Vorsitzender des BR-Rundfunkrats.

Nina Magoley | Deutschlandfunk

Lorenz Wolf, Rundfunkratsvorsitzender des Bayerischen Rundfunks (picture allianc

Es ist der größte Missbrauchskandal der katholischen Kirche in der Nachkriegszeit: Zahlreichen prominenten katholischen Amtsträgern – bis hin zum emeritierten Papst Benedikt XVI – wird im Münchener Missbrauchsgutachten mindestens die Vertuschung sexuellen Missbrauchs durch Kollegen zur Last gelegt.

Unter den meist genannten Namen ist auch der des Münchner Domdekans: Lorenz Wolf. Er gilt als einer der einflussreichsten Kirchenmänner im Freistaat Bayern und leitet seit 2010 das Katholische Büro in Bayern. Der promovierte Kirchenrechtler ist seit 1997 für die kirchliche Gerichtsbarkeit im Erzbistum München verantwortlich.

Und: Seit 2014 ist Wolf Vorsitzender des Rundfunkrats des Bayerischen Rundfunks.

Die Aufgabe des Rundfunkrats beschreibt der Bayerische Rundfunk selber unter anderem mit der „Beratung des Intendanten in allen Rundfunkfragen, insbesondere bei der Gestaltung des Programms“.

Wenn der derzeitige Vorsitzende gleichzeitig einer derjenigen ist, um deren Fehlverhalten sich der größte Missbrauchsskandal der katholischen Kirche seit dem Zweiten Weltkrieg dreht – dann drängt sich die Frage auf, ob es da nicht mindestens einen Interessenkonflikt gibt.

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