Die Zwillinge einer 37-Jährigen Polin sterben im Mutterleib, dann sie selbst. Die Ärzte bleiben untätig und berufen sich auf die geltenden Abtreibungsgesetze.
Barbara Oertel | taz

In Polen ist eine weitere Frau Opfer der restriktiven Abtreibungsgesetzgebung geworden: Am vergangenen Dienstag starb Agnieszka T. nach wochenlangem Martyrium im schlesischen Tschenstochau.
Die 37-jährige dreifache Mutter, die Zwillinge erwartete, war am 21. Dezember 2021 mit starken Schmerzen in das dortige Krankenhaus „Zur heiligen Jungfrau Maria“ eingeliefert worden. Laut Aussagen ihrer Verwandten, die in der britischen Zeitung Guardian zitiert wurde, sei sie bei vollem Bewusstsein und in guter Verfassung gewesen.
Zwei Tage später starb der erste Fötus im Mutterleib, doch die Ärzte verweigerten eine Operation. Dabei sollen sie sich auf das geltende Abtreibungsrecht berufen haben. Eine Woche später hörte das Herz des zweiten Kindes auf zu schlagen, doch es brauchte noch zwei weitere Tage, bis die Schwangerschaft endlich beendet wurde.