Hadern und Zweifeln


Der Synodale Weg ringt zwei Wochen nach Veröffentlichung des Münchners Missbrauchsgutachtens um Reformen. Warum es für Rom schwieriger wird, weiter über konkrete Vorschläge der Bischöfe und Laien hinwegzusehen.

Annette Zoch | Süddeutsche Zeitung

„Der Synodale Weg hat geliefert“ – so drückte es am Samstag Irme Stetter-Karp aus, Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Drei Tage lang haben katholische Bischöfe und Laien in Frankfurt miteinander diskutiert und um Reformvorschläge gerungen. Zwei schwere Wochen lagen nach der Veröffentlichung des Münchner Missbrauchsgutachtens hinter vielen Synodalen, das war aus zahlreichen Redebeiträgen herauszuhören. Wochen des Haderns und des Zweifelns.

Zum ersten Mal hat der Synodale Weg bei dieser dritten Versammlung auch konkrete Handlungsvorschläge verabschiedet: Große Zustimmung erhielt der Vorschlag, das Kirchenvolk künftig an der Wahl des Diözesanbischofs zu beteiligen. Bei der Endabstimmung in zweiter Lesung wurde stets auch das Abstimmungsverhalten der Bischöfe transparent gemacht – diese haben eine Sperrminorität. Wenn mindestens ein Drittel der Bischöfe und Weihbischöfe einen Vorschlag ablehnt, ist dieser gescheitert.

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