Die Kanonen des Krieges sind Sprachrohre der rufenden Gnade Gottes.
Michael Kardinal v. Faulhaber, Erzbischof von München und Freising
Krieg ist der Triumph der sittlichen Weltordnung.
Es sei grundsätzlich legitim, der Ukraine zu helfen, sich selbst zu verteidigen, sagen die katholischen Bischöfe. Und rufen den russisch-orthodoxen Patriarchen dazu auf, sich vom Krieg zu distanzieren.
Annette Zoch | Süddeutsche Zeitung

Die deutschen katholischen Bischöfe halten Waffenlieferungen an die Ukraine für gerechtfertigt. Auch wenn die Kirchen den Export von Rüstungsgütern stets kritisch begleitet hätten und dies weiter täten, dürfe man nicht von der konkreten Situation absehen, schreiben sie in einer am Donnerstag verabschiedeten gemeinsamen Erklärung. „Rüstungslieferungen an die Ukraine, die dazu dienen, dass das angegriffene Land sein völkerrechtlich verbrieftes und auch von der kirchlichen Friedensethik bejahtes Recht auf Selbstverteidigung wahrnehmen kann, halten wir deshalb für grundsätzlich legitim“, zitierte der Bischofskonferenz-Vorsitzende, der Limburger Bischof Georg Bätzing, aus der Erklärung. Der Ukraine-Krieg war ein Schwerpunkt der Frühjahrsvollversammlung der Bischöfe im fränkischen Wallfahrtsort Vierzehnheiligen.
„In ihrer Lehre und in ihrem Handeln ist die Kirche der Gewaltlosigkeit Jesu verpflichtet“, heißt es weiter in der Erklärung der Bischöfe. „Auch in der Stunde der Bedrängnis muss sie deshalb der Versuchung einer schrankenlosen Gewaltanwendung entschlossen widersprechen.“ Die Ankündigung der Bundesregierung, 100 Milliarden Euro zusätzlich in die Bundeswehr zu investieren, halten sie für „grundsätzlich plausibel“, mahnen aber, dass andere deutsche Beiträge zum Frieden in der Welt nicht in den Hintergrund rücken dürften.