«Ich will keine lebensverlängernden Massnahmen»: wie schwierig es sein kann, diesen Wunsch tatsächlich umzusetzen


Reanimation nach Herzstillstand am Lebensende, das will fast niemand. Doch die Entscheidungen, die man dann wirklich treffen muss, sind meist viel komplexer, wie unsere Kolumnistin erlebt.

Stephanie Lahrtz | Neue Zürcher Zeitung

Intensivmedizin kann Leben verlängern. Das ist gut – aber nicht immer. Christoph Ruckstuhl / NZZ

«Am Ende meines Lebens will ich keine lebensverlängernden Massnahmen, kein Leben an Maschinen.» Das habe ich immer gesagt. Und mir war dabei nie bewusst, wie leicht sich dieser Satz sagt. Aber wie schwierig es ist, diesen Satz, oder besser diese Einstellung, umzusetzen. Erst seitdem mein Vater, 80 Jahre alt, seit zehn Jahren dement, nun in der letzten Phase seines Lebens angekommen ist, erleben meine Familie und ich, wie komplex die tatsächliche Situation sein kann.

Einfach umzusetzen ist: «Wir wollen keine Reanimation, wenn sein Herz aufgehört hat zu schlagen. Wir wollen keine maschinelle Beatmung, sollte er eine schwere Covid-19-Erkrankung bekommen.»

Aber darüber hinaus gibt es oft mehrere Eskalationsstufen. Für uns war die erste Entscheidung noch vergleichsweise harmlos und schnell zu treffen. Mein Vater hatte eine Lungenentzündung, weil er sich am Essen verschluckt hat. Logisch, dass ihm ein Antibiotikum gegeben wurde.

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