Der „Katholischen Integrierten Gemeinde“ werden geistliche Manipulationen in einem System psychischer und finanzieller Abhängigkeit vorgeworfen. Nachdem bereits andere Bistümer tätig wurden, ist der Verein nun auch im Bistum Augsburg aufgelöst.

Der Verein „Katholische Integrierte Gemeinde in der Diözese Augsburg (KIG)“ ist aufgelöst. Laut Amtsblatt für die Diözese Augsburg geschah dies nach einer Anhörung durch ein Bischöfliches Dekret am 21. Februar. Die Mitgliederversammlung des kirchlichen Vereins hatte demnach bereits am 25. Juni 2020 einstimmig die Einstellung seiner Tätigkeit beschlossen.
Die KIG entstand nach dem Zweiten Weltkrieg in München nach eigener Darstellung als „Ort für ein aufgeklärtes und unverkürztes Christentum“. Mit ihr verbanden sich Hoffnungen auf einen kirchlichen Neuaufbruch. 1978 sprach der damalige Münchner Erzbischof Joseph Ratzinger die kirchliche Anerkennung aus. Auch als Papst Benedikt XVI. pflegte er lange Verbindungen zur Gemeinschaft, die in mehreren deutschsprachigen Diözesen, in Rom sowie in Tansania und Ungarn Niederlassungen unterhielt.