Liebe hinter Gittern


Julian Assange darf in einem Londoner Hochsicherheitsgefängnis seine Anwältin Stella Moris heiraten. Der Akt wird zum politischen Bekenntnis.

Martin Zips | Süddeutsche Zeitung

Stella Moris mit ihren Söhnen auf dem Weg ins Hochsicherheitsgefängnis, unterstützt von Demonstranten, die die Freilassung Julian Assanges fordern. (Foto: Matt Dunham/AP)

Das letzte ikonografische Bild, das man von ihm gesehen hatte, war das von seiner Verhaftung in der ecuadorianischen Botschaft in London. Sieben Jahre hatte er dort verbracht. Dann, 2019, führte die britische Polizei Julian Assange in Ketten ab. Mit seinem bleichen Gesicht, den langen Haaren und dem Bart erinnerte er an einen Propheten, einen Märtyrer. „UK must resist!“ rief der Wikileaks-Gründer und streckte im Polizeibus die Daumen nach oben. Er bat nur um eines: Liefert mich nicht den USA aus.

Jetzt hat der 50-Jährige seine Anwältin Stella Moris geheiratet. Die kurze Zeremonie fand im Londoner Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh statt, in welchem Assange seit drei Jahren einsitzt. Der Internetaktivist soll ein von der Modeschöpferin Vivienne Westwood designtes Röckchen getragen haben, so hieß es zumindest, ein offizielles Hochzeitsfoto war dem Paar nicht erlaubt. Die Braut trug ein silberfarbenes Westwood-Kleid, ihre Ankunft vor dem Gefängnis wurde von Pressefotografen dokumentiert.

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