Das größte Massensterben seit 66 Millionen Jahren


Eine Million Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht. Die meisten Menschen scheinen davon jedoch unbeeindruckt. Doch was steht uns damit eigentlich bevor – und wie wirkt sich der Verlust auf uns Menschen aus?

Marko Pauli | Deutschlandfunk Kultur

Zu den stark gefährdeten Amphibien gehören neben Molchen, Unken, Kröten und Fröschen auch die Salamander. ©picture alliance / Zoonar / Gerd Herrmann

Freundlich schauen die Konferenzbesucher zu Greta Thunberg hoch auf die Bühne. Sie schaut fassungslos zurück. Ein gutes Bild eigentlich. Denn das große Artensterben von dem sie spricht: Es scheint, als hätten wir nicht begriffen, dass es vor sich geht. Wir sitzen bloß da, als hätten wir nichts damit zu tun.

Mitten im sechsten Massensterben

Das letzte große Sterben fand vor etwa 70 Millionen Jahren statt, Opfer waren unter anderem die Dinosaurier. Heute sterben jeden Tag etwa 150 Arten – Tiere und Pflanzen – auf dieser Welt aus, kehren nie wieder zurück.

„150 Arten am Tag heißt ja, wir haben 150 Mal eine ganz eigene Historie, Geschichte, Evolution sozusagen vernichtet, die über Jahrmillionen angewachsen ist, die Erfahrungen gesammelt hat, die sich angepasst hat et cetera. Von daher: Ein Wissen in Form der genetischen Zusammensetzung der Eigenschaften einer Art geht jeden Tag 150-fach verloren“, sagt Josef Settele, Autor des Buchs „Die Triple-Krise: Artensterben, Klimawandel, Pandemien“.

Es dauert sehr lange, bis eine neue Tier- oder Pflanzenart entsteht, bei Säugetieren vergehen dafür etwa eineinhalb Millionen Jahre.

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