Die New Horizons Sonde der Nasa schickte 2015 hoch aufgelöste Aufnahme der Oberfläche des Zwergplaneten Pluto zur Erde. Ihre Analyse wirft immer noch Fragen auf.
Sibylle Anderl | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Es ist eine seltsame Welt, dort draußen am äußeren Rand unseres Sonnensystems, inmitten des an urtümlichen und vereisten Gesteinsbrocken reichen Kuipergürtels. Mindestens dreißig Mal so weit entfernt von der Sonne wie die Erde, kreist dort der Zwergplanet Pluto zusammen mit seinem gut halb so großen Mond Charon und vier weiteren Monden. Mit einem Durchmesser von gerade einmal 2370 Kilometern entspricht Plutos Größe knapp einem Fünftel derjenigen der Erde. Auf seiner Oberfläche herrschen eisige Temperaturen zwischen minus 240 und minus 210 Grad Celsius.
Seit seiner Entdeckung 1930 war über diese Oberfläche des fernen Himmelskörpers zunächst nicht viel bekannt. Selbst mit dem Hubble-Weltraum-Teleskop beobachtet blieb Pluto ein weit entfernter, verschwommener Fleck. Das änderte sich dramatisch im Jahr 2015, als die Nasa-Sonde „New Horizons“ in einer Distanz von 12.500 Kilometern an Pluto vorbeiflog und Oberflächenaufnahmen von erstaunlicher Qualität lieferte: Sie löste Details auf Längenskalen von weniger als 100 Metern auf und zeigte dabei eine überraschend abwechslungsreiche Geologie. Im Vergleich: Das Hubble-Weltraum-Teleskop hatte bis dahin nur eine Auflösung von rund 500 Kilometern geliefert. In der Öffentlichkeit wurde Pluto damals insbesondere für eine helle Region bekannt, die wie ein Herz geformt ist, die Tombaugh-Region, benannt nach dem Entdecker des Pluto. Ihr westlicher Flügel wird Sputnik-Ebene genannt.