Der Betroffenenbeirat der Bischofskonferenz übt scharfe Kritik am Trierer Bischof Ackermann. Der Missbrauchsbeauftragte hatte den Klarnamen einer betroffenen Frau öffentlich gemacht.
Annette Zoch | Süddeutsche Zeitung
(Foto: Harald Tittel/dpa)
Der Betroffenenbeirat der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) übt scharfe Kritik am Missbrauchsbeauftragten, Bischof Stephan Ackermann: Der Bruch des Pseudonyms einer Betroffenen ziehe „einen eklatanten Vertrauensverlust auch im Betroffenenbeirat bei der DBK nach sich“, schreiben die Mitglieder in einer Stellungnahme. „Was auch immer den Bischof von Trier zu seinem Handeln bewegt haben mag: Dieses Verhalten disqualifiziert den Missbrauchsbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz, weil es die Mindeststandards für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit verletzt.“
Ackermann hatte im März auf einer Veranstaltung unter etwa 40 Mitarbeitern seines Bistums den Klarnamen einer Betroffenen genannt, die unter dem Pseudonym „Karin Weißenfels“ auftritt. Weißenfels ist selbst Angestellte des Bistums Trier. Sie wirft einem mittlerweile verstorbenen Priester des Bistums sexuelle Übergriffe vor und gibt an, von ihm schwanger geworden zu sein. Der Priester und ihr Beichtvater sollen sie zur Abtreibung gedrängt haben. Dem Bistum wirft Weißenfels zu nachsichtiges Verhalten gegenüber den Priester vor.