AKW-Ruine Tschernobyl: Die Angst vor einer neuen Katastrophe


Mit Tschernobyl hatte die Ukraine große Pläne: Die Atomruine sollte Welterbe, Touristenmagnet und Mahnmal werden. Nach dem Überfall durch russische Truppen, die zeitweise die Sperrzone besetzten, ist die Angst vor einem GAU zurück.

Christina Nagel | tagesschau

A radioactive sign hangs on barbed wire outside a cafÈ in Pripyat.

Es war ein Ausdruck, den Olena Parenjuk erst einmal nachschlagen musste: „Gravely concerned“: Ernsthaft besorgt, den Ausdruck habe sie vorher noch nie gehört gehabt. Passender hätte der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) die Lage Anfang März in Tschernobyl nicht auf den Punkt bringen können, meint die ukrainische Wissenschaftlerin, die sich mit den Folgen von Atomunfällen beschäftigt. Denn plötzlich lag der Unglücksreaktor inmitten eines umkämpften Gebiets. Und es gab allen Grund, „ernsthaft besorgt“ zu sein.

Tschernobyl ist weit mehr als nur der vierte Reaktorblock, der vor 36 Jahren explodierte – und der nach Jahrzehnten nicht mehr nur durch einen eilig hochgezogenen Beton-Sarkophag, sondern durch eine moderne Schutzhülle gesichert wird. Da sind die drei anderen stillgelegten Reaktorblöcke, die weiter gewartet werden müssen.

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