Nirgends werden Klima- und Klassenfragen zusammen besser sichtbar, als bei unsäglichen Arbeitsbedingungen von Erntehelfer*innen.

Deutschland will Erntehelfer:innen. Doch was, wenn Arbeiter:innen nur die Hälfte des vertraglich zugesicherten Lohns erhalten? Niemand hatte damit gerechnet, dass ausgerechnet Saisonarbeiter:innen aus der Südkaukasusrepublik Georgien in Deutschland rebellieren würden.
Doch seit Juni 2021 kämpfen georgische Saisonarbeiter:innen für ihren verdienten Lohn und gegen unmenschliche Arbeitsbedingungen in deutschen Betrieben. In Georgien und der Bundesrepublik hoffen sie vor Gericht auf den Erfolg – es wäre ein erster Sieg, der auch Arbeitskräfte aus Polen und den Balkanstaaten dazu ermutigen könnte, sich endlich zur Wehr zu setzen.
23 georgische Saisonarbeiter bringen einen Stein ins Rollen, der Fahrt aufnimmt und am 20. Mai diesen Jahres vor dem Arbeitsgericht in Ravensburg landen wird. Die meisten von ihnen sind inzwischen gewerkschaftlich organisiert.