Arzneimittelrückstände belasten arktische Gewässer


In den Küstengewässern vor Spitzbergen haben Forschende überraschend hohe Mengen an Ibuprofen und anderen Arzneimitteln gefunden. Verantwortlich für den Eintrag sind die in der Arktis weitgehend fehlenden Kläranlagen. Durch den zunehmenden Tourismus könnte sich das Problem noch verschlimmern.

Monika Seynsche | Deutschlandfunk

In den Gewässern um Spitzbergen haben Forschende Rückstände von Schmerzmitteln, Antidepressiva und Antibiotika nachgewiesen. (picture alliance / photothek)

Der Kongsfjord sticht von der Ostküste Spitzbergens ein kurzes Stück ins Landesinnere. Ein abgeschiedener Fjord, umgeben von schnee- und gletscherbedeckten Berghängen, im direkten Austausch mit den gewaltigen Wassermassen des Nordpolarmeers. Am Südufer des Fjords liegt Ny-Ålesund: eine kleine Forschungssiedlung, die im Sommer von etwas mehr als 100 Menschen bewohnt wird; im Winter sind es gerade einmal 30. Und trotzdem hat Ida Beathe Øverjordet in den Tieren des Kongsfjords Ibuprofen und andere Schmerzmittel entdeckt, und zwar in überraschend hohen Konzentrationen, sagt die Ökotoxikologin des Forschungsinstituts SINTEF in Trondheim.

Sie habe auch andere Gruppen von Arzneimitteln gefunden, wie Antidepressiva und Antibiotika. Und das sowohl in Krebstieren als auch im Abwasser der Siedlung. Dort seien die Konzentrationen sogar noch höher als in den Küstengewässern direkt vor Oslo. Das beunruhigt die Forscherin.

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