Staatsanwaltschaft: Pastor Latzel ist Volksverhetzer


Während die Staatsanwaltschaft beim Bremer Pastor Olaf Latzel Volksverhetzung unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit sieht, fordern die Verteidiger den Freispruch. Eins von zwei theologischen Gutachten wird für das Urteil nicht berücksichtigt.

katholisch.de

Die Staatsanwaltschaft Bremen fordert, an der Verurteilung des evangelischen Pastors Olaf Latzel (54) wegen Volksverhetzung festzuhalten. Der Geistliche habe Homosexuellen das Recht abgesprochen, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben und Teilnehmer des Christopher-Street-Days als Verbrecher bezeichnet, sagte Staatsanwältin Melina Lutz am Freitag im Berufungsprozess vor dem Landgericht der Hansestadt. Damit habe er sich bewusst unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit volksverhetzerisch geäußert. Das Urteil der ersten Instanz sei fehlerfrei. Seine Reue nehme sie Latzel nicht ab, so Lutz.

Die Verteidiger des Pastors hingegen forderten einen Freispruch. Der Geistliche habe die umstrittenen Äußerungen vor 30 Mitgliedern seiner Gemeinde getätigt und niemandem zum Hass angestachelt, sagte Anwalt Sascha Böttner in seinem einstündigen Plädoyer. „Volksverhetzung gibt es nicht ohne Volk und Hetze.“

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