Der Fall der US-Firma Second Sight, die ein bionisches Augenimplantat nicht mehr unterstützt, wirft die Frage zum Umgang mit Elektroschrott im Menschen auf.
Stefan Krempl | heise online

Für Barbara Campbell war es ein Schock, an den sie sich noch heute genau erinnert: Die Sehbehinderte ging 2013 während der Hauptverkehrszeit durch eine New Yorker U-Bahn-Station, als ihre Welt plötzlich wieder ganz schwarz wurde. Seit vier Jahren trug sie ein Hightech-Implantat in ihrem linken Auge, das ihr eine Art bionisches Sehvermögen verliehen und die genetische Krankheit teils kompensiert hatte, durch die sie in ihren 30ern völlig erblindet war.
Sie sei beim Umsteigen gewesen, beschrieb Campbell den Vorfall dem US-Ingenieursmagazin „IEEE Spectrum“. „Ich wollte gerade die Treppe hinuntergehen, als ich plötzlich ein kleines ‚Piep, piep, piep‘ hörte.“ Es war nicht der Akku ihres Mobiltelefons, der leer war. Es waren die letzten Töne ihres Netzhautimplantats Argus II, das sich für immer abschaltete. Die hellen und dunklen Stellen, die sie mit Hilfe des Geräts rudimentär hatte wahrnehmen können, verschwanden wieder.