Warum Italien auch selbst verschuldet vertrocknet


Die Wassernot in Norditalien ist dramatisch, ein Erzbischof lässt für Regen beten. Doch die Trockenheit ist nur zum Teil ein Klima- und Wetterphänomen – viel Wasser versickert einfach.

Oliver Meiler | Süddeutsche Zeitung

Der Po führt so wenig Wasser wie seit siebzig Jahren nicht mehr. (Foto: Manuel Romano/Imago/NurPhoto)

Wenn alle Hoffnung zu weichen droht, kommt Gott ins Spiel. Mario Delpini, der Erzbischof von Mailand, ruft zum Beten auf für etwas Regen. Italien trocknet aus, vor allem der Norden. In vielen Regionen regnet es seit drei, vier Monaten nicht mehr, es ist eine Katastrophe. Da helfen auch Sommergewitter nichts, sie verdampfen wie leere Versprechungen.

Die Felder sind hellbraun bis gelblich wie sonst im Hochsommer, die großen Flüsse sind zu traurigen Rinnsalen geworden. Der Po etwa, Lebensader und Fruchtbarkeitsmythos im oberen Teil des Landes, führt so wenig Wasser wie seit siebzig Jahren nicht mehr. Und da der Fluss schwach ist, nimmt sich die Adria ein Stück des Deltas: Salzwasser verdrängt Süßwasser.

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