Angesichts des Ausmaßes der Zerstörungen und der langfristigen Folgen ist die „Magdalenenflut“ von 1342 in die Geschichtsbücher eingegangen. Sie gilt als schlimmste Hochwasserkatastrophe in Mitteleuropa und wurde von Zeitgenossen als Wiederkehr der Sintflut gedeutet. Dabei hatte die Flut ganz irdische Ursachen.
Andrea Westhoff | Deutschlandfunk

„Es schien, als ob das Wasser von überall her hervorsprudelte, sogar aus den Gipfeln der Berge […] Donau, Rhein und Main trugen Türme, sehr feste Stadtmauern, Brücken, Häuser und die Bollwerke der Städte davon.“
Mehrere mittelalterliche Chroniken berichten von der „Magdalenenflut“ von 1342 – so genannt, weil sie ihren Höhepunkt am 22. Juli hatte, der im katholischen Heiligenkalender Maria Magdalena zugeordnet ist.
Eine Wiederkehr der Sintflut, Gottes Strafe für ihre Sünden – davon waren die Menschen überzeugt:
„Die Schleusen des Himmels waren offen, und es fiel Regen auf die Erde wie im 600. Jahre von Noahs Leben.“
Grundlegender Klimawandel
Tatsächlich aber gab es mehrere ganz irdische Ursachen für die „Magdalenenflut“. Zum einen ein grundlegender Klimawandel: Nach einer langen „Warmphase“, in der gemäßigte klimatische Bedingungen für eine wirtschaftliche und kulturelle Blüte sorgten, herrschte in Europa seit etwa 1300 das vor, was Experten als „kleine Eiszeit“ bezeichnen, erklärt der Klimahistoriker Professor Wolfgang Behringer:
„Diese kleine Eiszeit heißt natürlich nicht, dass es permanent kalt war, sondern vor allem, dass man ganz ausgeprägte Kaltphasen hat, mit sehr kalten Wintern, in denen die Vögel auf den Bäumen frieren oder die Postreiter tot vom Pferd fallen, mit extremen Wetterjahren; also wir können sehen, dass in solchen Zeiten die Bevölkerung zurückgeht, viele Missernten zu finden sind, das passt sehr gut zusammen mit dieser kleinen Eiszeit.“