Polen schließt Quecksilber als Ursache für Fischsterben aus


Die Zusammenarbeit mit Polen habe anfangs nicht reibungslos funktioniert, gesteht Umweltministerin Lemke ein. Politiker fürchten, dass die Umweltkatastrophe sich bis auf die Ostsee ausweitet. Laboranalysen weisen auf eine große Menge im Wasser gelöster Salze hin.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Viele tote Fische treiben im Wasser des deutsch-polnischen Grenzflusses Oder. Bild: dpa

Erhöhte Quecksilberwerte sind nach Angaben der polnischen Regierung nicht die Ursache für das Fischsterben in der Oder. Dies hätten die ersten toxikologischen Untersuchungsergebnisse von Proben toter Fische ergeben, schrieb Polens Umweltministerin Anna Moskwa am Samstag auf Twitter. „Das staatliche Veterinärinstitut hat sieben Arten getestet. Es hat Quecksilber als Ursache für das Fischsterben ausgeschlossen.“ Man warte nun auf die Ergebnisse von Untersuchungen auf andere Schadstoffe. Polnische Behörden hatten nach Regierungsangaben bereits Ende Juli erste Hinweise darauf bekommen, dass in dem Fluss massenweise verendete Fische treiben.

Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) gestand am Samstagabend in Frankfurt (Oder) diesbezüglich Fehler in der Zusammenarbeit mit Polen ein. Die Grünen-Politikerin strebt nun eine bessere Koordinierung an. „Die Frage der deutsch-polnischen Zusammenarbeit hat an dieser Stelle ganz offensichtlich nicht funktioniert (…), sonst hätten wir früher Informationen erhalten, zumindest das Land Brandenburg oder auch die Anrainerkommunen“, sagte Lemke. Dort hatten Helfer viele tote Fische vom Ufer eingesammelt.

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