Erbe des Kolonialismus: Traumatisiert in die Freiheit


Vor 75 Jahren entließ die Kolonialmacht Großbritannien Britisch-Indien in die Unabhängigkeit und teilte das Gebiet in zwei Staaten. Warum Indien und Pakistan bis heute im Hass vereint sind.

David Pfeifer | Süddeutsche Zeitung

Ritual der verfeindeten Brüder: Indische und pakistanische Soldaten am Grenzübergang Wagah zur Feier der Unabhängigkeit von der Kolonialmacht Großbritannien. (Foto: AAMIR QURESHI/AFP)

Der Montag in Delhi begann damit, dass Indiens Außenminister Subrahmanyam Jaishankar auf Twitter ein Bild aus dem Roten Fort postete, wo die Besucher auf die Rede von Premierminister Narendra Modi warteten. „Happy Independence Day“ schrieb Jaishankar, und weiter: „Lasst uns auch an das riesige Trauma und die strategischen Folgen der Teilung denken.“ Damit war der wesentliche Widerspruch dieses Tages benannt.

Der 15. August ist in Indien mit Freiheit und Leid gleichermaßen verbunden. An diesem Montag jährt sich der Tag zum 76. Mal, an dem die Kolonialmacht Großbritannien Indien 1947 in die Freiheit entließ und die Teilung in zwei riesige Staaten erfolgte. In Indien dominierten die Hindus, Pakistan sollte den Muslimen eine eigene Heimat geben. Für manche ein Grund zum Feiern, für andere ein Tag der Trauer.

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