Hitzewelle bringt Frankreichs Atomkraftwerke ins Schwitzen


Seit Wochen herrscht auch in Frankreich wieder brütende Hitze. Das macht den Atomkraftwerken des Landes zu schaffen. Doch die Vormachtstellung der Kernenergie stellt das bisher nicht in Frage.

Lisa Louis | Deutsche Welle

Das AKW Golfech in Südfrankreich

Seit Wochen brütet Frankreich – wie andere europäische Staaten – immer wieder bei Temperaturen von um die 40 Grad. Vielerorts wird das Trinkwasser knapp, die Böden trocknen aus, Waldbrände wüten. Auch die Atomkraftwerke (AKW) des Landes kommen durch die Hitze ins Schwitzen.

Etwa ein Fünftel der 56 Reaktoren müssten eigentlich den Betrieb einstellen oder zumindest auf eine Minimalkapazität begrenzt werden, weil die Flüsse, in die sie das erhitzte Kühlwasser ableiten, mittlerweile zu warm sind und eine festgelegte Temperaturgrenze überschreiten. Doch diese Regel hat die französische Regierung mindestens bis zum 11. September ausgesetzt. Dazu sieht sie sich wohl gezwungen – auch, weil seit Monaten über die Hälfte der Meiler wegen planmäßiger oder unplanmäßiger Wartungsarbeiten stillstehen. Atomenergie stellt in Frankreich in Normalzeiten um die 70 Prozent der Energieproduktion – so viel wie in keinem anderen Land. Diese Energiestrategie sollten auch die aktuellen Schwierigkeiten nicht in Frage stellen. Obwohl das bei manchem für Unmut sorgt.

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