Urzeit-Raubwanze mit Rundumsicht


Skurriles Wesen: Ein 100 Millionen Jahre alter Bernsteinklumpen aus Myanmar hat ein Raubinsekt mit ungewöhnlichen Beutefang-Strategien konserviert. Das wanzenähnliche Tier besaß gestielte Augen, die ihm eine 360-Grad-Sicht ermöglichten und beim Aufspüren von Beute halfen. Um diese dann zu fangen, nutzte die Urzeit-Raubwanze ihre mit klebrigem Harz bedeckten Vorderfüße. Ein ungewöhnlich langer Stechrüssel diente zum Aussaugen der Beute. Wegen dieser ungewöhnlichen Merkmalskombination ordnen die Forscher das Insekt sogar in eine eigene, neue Familie ein.

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Dieses rund fünf Millimeter kleine, in Bernstein konservierte Insekt ist eine Urzeit-Raubwanze mit ungewöhnlichen Merkmalen. ©Poinar/ Oregon State University

Bernstein ist eine Zeitkapsel: In dem erstarrten Baumharz können Pflanzenteile und Tiere über Jahrmillionen nahezu perfekt konserviert bleiben. Selbst Miniatur-Dinosaurier, fragile Blüten und die ältesten Spermien der Welt wurden schon in Bernsteinklumpen gefunden. Wissenschaftlern ist es auch schon gelungen, DNA aus in Bernstein konservierten Insekten zu extrahieren – allerdings waren diese erst wenige Jahre alt. Ob es eines Tages gelingen könnte, beispielsweise Erbgut von Dinosauriern aus Bernstein zu gewinnen, ist weiterhin eher fraglich.

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