Polen fordert Reparation: Von Moskau abgezockt


Der richtige Adressat für Polens Reparationsforderungen wäre Russland gewesen. Doch Deutschland muss für den Wahlkampf der PiS herhalten.

Gabriele Lesser | taz

Gedenktag zum 83. Jahrestag des Angriffs Nazi-Deutschland am 01. September in Warschau Foto: NurPhoto/imago

„Weltkriegsreparationen“ sind fest in der Feindpropaganda der Nationalpopulisten in Polen verankert. Doch bislang folgten den lautstarken Forderungen nach immer höheren Summen, die die Deutschen angeblich für die Besatzungsszeit in Polen zwischen 1939 und 1945 zu zahlen hätten, keinerlei offizielle Verhandlungen. Polens Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) schickte niemals auch nur eine einzige Rechnung nach Berlin.

Zum einen gilt die Reparationsfrage seit 1953 als rechtlich abgeschlossen. Damals verzichtete die Volksrepublik Polen offiziell auf weitere Reparationsleistungen. Zudem ist der eigentliche Adressat für Reparations-Nachforderungen als Schuldausgleich zwischen Staaten nach einem Krieg Russland als Nachfolgerstaat der Sowjetunion, die die Reparationen aus Deutschland an Polen zahlen sollte und das nicht in ausreichender Form getan hat.

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