Wittenberger Schmähplastik: Offener Brief aus Israel


Noch ist keine Lösung im jahrelangen Streit um die antisemitische Schmähplastik an Martin Luthers einstiger Predigtkirche in Wittenberg gefunden. Nun hat der Gemeindekirchenrat Post bekommen: von Historikern aus Israel.

Deutsche Welle

Ein Gericht hat entschieden, dass die sogenannnte „Judensau“ an Martin Luthers Kirche in Wittenberg hängen bleiben darf. Themenbild

Abnehmen, verhüllen oder lassen, wie es ist? Noch ist keine Entscheidung gefallen, was mit der mittelalterlichen Sandsteinplastik geschieht, die in gut vier Metern Höhe an der Außenwand der Wittenberger Stadtkirche hängt und offensichtlich Menschen jüdischen Glaubens verhöhnt. Als Wittenberger „Judensau“ bekannt geworden, sorgt die Skulptur seit Jahren in Deutschland für Streit und für Ratschläge, wie mit der Schmähplastik umzugehen sei.

Nun hat sich eine Gruppe israelischer Wissenschaftler zu Wort gemeldet, die sich gegen eine Abnahme der Skulptur von der evangelischen Stadtkirche ausspricht. In einem offenen Brief an den Gemeindekirchenrat heißt es, Antisemitismus lasse sich nicht durch Bilderstürmerei stoppen. Anstatt die Skulptur ins Museum zu stellen, sollte sie an Ort und Stelle genutzt werden, um über das Verhältnis von Christen und Juden im Mittelalter aufzuklären.

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