Abgelehnter Text zur Sexualmoral: Ein bitterer Schlag ins Kontor


Die Ablehnung des Textes zur Sexualmoral durch die Bischöfe ist ein bitterer Schlag ins Kontor des Synodalen Wegs, kommentiert Hans-Joachim Sander. Für den Theologen wollte eine Minderheit der Bischöfe bei der Abstimmung ihre Macht demonstrieren.

katholisch.de

Die fehlende Zweidrittelmehrheit der deutschen Bischöfe zum Grundlagentext des Synodalen Wegs „Leben in gelingenden Beziehungen – Grundlinien einer erneuerten Sexualethik“ ist ein bitterer Schlag ins Kontor dieser Reformbemühungen der deutschen Kirche. Der Weg ist natürlich nicht insgesamt gescheitert, es gibt ja erheblich mehr Themen und Texte auf und von ihm. Aber dennoch hat dieser Weg in seinem wahrscheinlich am meisten beachteten und am stärksten neuralgischen Punkt – der prekären Macht von Sexualität und der Verlust der kirchlichen Glaubwürdigkeit in der Sache, die sich angesichts des sexuellen Missbrauchs und seiner Vertuschung ausgebreitet hat – ein Stoppschild erfahren, mit dem die übergroße Mehrheit der Synodalen offenbar nicht gerechnet hat.

Hinzu kommt, dass die vorhergehende intensive Debatte nicht darauf schließen ließ, wie viele Bischöfe diesen Text ablehnen würden. Es gab nur sehr wenige Bischöfe, die vor der Abstimmung klar sagten, dass sie gegen diesen Text votieren würden. Wenn ich die Debatte richtig verfolgt habe, die ja im Livestream sehr gut zu beobachten war, dann waren es nur zwei Bischöfe. In der Aussprache danach taten es drei weitere Bischöfe. Es haben aber wohl mehr als zwei Drittel der Bischöfe, die abgelehnt haben, sich weder davor in dieser Hinsicht geäußert noch sich in der Aussprache danach offen erklärt, obwohl sie ausdrücklich dazu aufgefordert wurden.

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