Der Wert des Geldes


Obwohl Geld nach allgemeiner Auffassung nicht glücklich macht, streben doch die meisten Menschen danach, ihr Einkommen zu maximieren. Zwischen den Kalendersprüchen, die wir uns an die Wand hängen, und unserem Tun klafft eine Lücke, bemerkt unser Kolumnist.

Matthias Warkus | Spektrum

Bild von moerschy auf Pixabay

Wenn man auf der Straße herumfragen würde, um welche Themen es in der Philosophie normalerweise so geht, würden vermutlich die wenigsten Passanten »Geld« antworten. In der Regel beschäftigt man sich nach landläufiger Auffassung doch eher mit Wahrheit, Gewissheit, Sinn, Gut und Böse, also insgesamt mit weniger »materiellen« Angelegenheiten.

Trotzdem oder gerade deswegen ist Geld, wenn man beruflich mit Philosophie zu tun hat, ein ständiges Thema. Weniger weil man damit notwendigerweise besonders arm oder reich wird, sondern eher, weil viele erwarten, man müsse als Philosoph irgendwie gut mit wenig Geld auskommen können oder gar wollen. Schließlich interessiert man sich ja für Höheres, sonst würde man seine akademischen Talente einer lukrativeren Disziplin zuführen wie etwa der Zahnmedizin oder der angewandten Mathematik. Ich erinnere mich noch, dass ich als junger Student einmal bei einer französischen Familie am Tisch saß und mich jemand fragte, was aus mir einmal werden würde. Bevor ich antworten konnte, warf jemand anderes ein: »Er braucht nicht viel, er ist ein Intellektueller!«

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