»Grauenhaftes Dokument«


Mit seinem Nahost-Aufruf macht sich der Ökumenische Rat der Kirchen unglaubwürdig

Rabbiner Jehoschua Ahrens | Jüdische Allgemeine

Rabbiner Jehoschua B. Ahrens Foto: Markus Forte

Einige Gliedkirchen des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) setzen Zionismus mit Kolonialismus gleich. Auf der ÖRK-Vollversammlung in Karlsruhe hatten sie gefordert, Israel als Apartheid-Staat zu verurteilen. Ein Blick auf Gesetze und auf die Realität des Staates Israel genügt, um jedweden Apartheid-Vorwurf zu entkräften, insbesondere im Vergleich zur Situation in Südafrika.

Der Zionismus ist ebenso kein Teil des europäischen Kolonialismus, sondern eine Befreiungsbewegung des jüdischen Volkes vom Antisemitismus. Gerade Kirchen, die sowohl aktiv in den Kolonialismus verstrickt waren als auch die Grundlage für Antisemitismus und gesellschaftliche Ausgrenzung von Juden lieferten, sollten sich mit derlei Behauptungen besser zurückhalten.

Auch wenn der Apartheid-Vorwurf im nun beschlossenen Aufruf relativiert wurde, unter anderem auch durch den großen Einsatz der deutschen Delegation, der dafür Anerkennung und Dank gebührt, bleibt es insgesamt ein grauenhaftes Dokument, mit dem sich der ÖRK unglaubwürdig macht.

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