Wut und Tränen: Bischöfe bremsen Hoffnung auf Kirchenreform


Seit langem ist von der Krise der katholischen Kirche in Deutschland die Rede. Beim Dialogprozess „Synodaler Weg“ eskaliert sie. Und das Projekt endet fast.

Christoph Strack | Deutsche Welle

Bischof Georg Bätzing, Präsident des Synodalen Weges, spricht während der Synodalversammlung mit Jugendlichen, die Schirme mit den Aufschriften „Weihe für Alle“ und „Jesus hatte zwei Väter“ hochhalten

Die Moderatorin stockt. „Das sind, das sind keine Zweidrittel.“ Unruhe kommt auf im Saal der Frankfurter Messe.

Gerade hat die Vollversammlung des „Synodalen Wegs“, die über Reformen in der katholischen Kirche in Deutschland beraten soll, über eine neue Grundlegung der Sexualethik abgestimmt. Ein mit Spannung erwarteter Schritt. Es geht um Anerkennung von Homosexualität, von trans- und intergeschlechtlichen Menschen, um künstliche Verhütung mit Pille und Kondom. Mehr als 80 Prozent der anwesenden Delegierten stimmen dem zu. Doch aus dem Kreis der 57 Bischöfe erhält das Dokument lediglich 61 Prozent. Und damit gilt es als abgelehnt. 21 Bischöfe stimmten mit „Nein“ – und das war nach der Aussprache nicht zu erwarten.

Delegierte verlassen den Saal

Da kippt die Stimmung im Saal. Einer der jüngeren Delegierten steht auf und geht weinend zum Ausgang, zwei folgen ihm rasch. Das Präsidium unterbricht die Sitzung. Dutzend Delegierte stellen sich im Zentrum des Raums auf, legen einander die Hände auf die Schultern. „Unverschämtheit“ rufen einige. „Wir brechen ab“ andere.

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