Italienische Wahlfavoritin greift Deutschland an


Die rechtsnationale Politikerin Giorgia Meloni wirft der Regierung in Berlin vor, einen Preisdeckel für russisches Gas auszubremsen. Dabei ist die Lage nicht so einfach, wie sie sie darstellt.

Christian Schubert | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Giorgia Meloni während einer Wahlkampfveranstaltung auf Sizilien Bild: EPA

Die rechtsnationale italienische Politikerin Giorgia Meloni hat der deutschen Regierung eine Energiepolitik vorgeworfen, die sich nur an nationalen Interessen orientiere. In einer Rede vor dem italienischen Handelsverband Confcommercio sagte sie, Deutschland passe der vorgeschlagene Preisdeckel für russisches Gas nicht, denn das Land verliere dadurch seinen Wettbewerbsvorteil.

Deutschland sei „reicher als die anderen“ und wolle diesen Vorteil nutzen, indem es Gas zu einem höheren Preis einkaufe, sagte Meloni, die in den Umfragen die Favoritin für die Parlamentswahlen am 25. September ist und daher bald die Nachfolgerin von Ministerpräsident Mario Draghi werden könnte. „Ein Preisdeckel passt den Deutschen nicht, denn wenn sich alle auf dem gleichen Niveau eindecken können, verliert Deutschland seinen Wettbewerbsvorteil“, sagte sie.

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